Ina,
geht mit Leidenschaft voran

Erzähl uns gerne etwas über Deine berufliche Laufbahn. Was hat Dich dazu angetrieben, eine Niederlassung bei cleo leiten zu wollen?

Ich bin am Bodensee aufgewachsen – in Tettnang geboren und kurz vor meinem 18. Geburtstag in den Raum Ravensburg gezogen. Mich hat es tatsächlich nie in die große, weite Stadt gezogen, weil ich sehr zu schätzen weiß, wo ich wohne. Nach dem Wirtschaftsgymnasium in Friedrichshafen habe ich in Weingarten BWL und Management mit den Schwerpunkten Personal und Controlling studiert und 2011 abgeschlossen.

Schon während des Studiums war für mich klar, dass ich in einem Bereich arbeiten möchte, in dem ich viel mit Menschen, Kunden und Kommunikation zu tun habe. Der kundenorientierte Bereich im Verkauf und in der Beratung hat mir schon immer Spaß gemacht, obwohl ich mich selbst eher als introvertiert beschreiben würde. Das passt auf den ersten Blick nicht ganz zusammen, aber genau diese Mischung macht es vielleicht aus.

Nach dem Studium bin ich direkt in die Personaldienstleistung eingestiegen und war dort zunächst als Abteilungsleiterin tätig. Später habe ich die Position der Standort- und Gebietsleitung übernommen.

Der Schritt zu cleo war eine ganz bewusste Entscheidung. Irgendwann war für mich der Punkt erreicht, an dem ich gemerkt habe: Wenn man die Vision des Unternehmens nicht mehr teilt, dann ist es Zeit zu gehen.

Dass ich in Ravensburg für cleo einen Standort eröffnen würde, war für mich ziemlich schnell klar. Die Region ist meine Heimat, ich bin hier bekannt, mein Netzwerk ist hier – und genau das macht ja auch Sinn. Was mich daran gereizt hat, war vor allem die Chance, wieder mehr Gestaltungsspielraum zu haben und näher an dem zu sein, was ich an meinem Beruf liebe: operativ arbeiten, Entscheidungen treffen, Dinge voranbringen.

Was macht cleo für Dich einzigartig?
Als feststand, dass es die Marke cleo wird, war ich direkt Fan. Das wirkt jung, frisch, auffällig – und passt einfach gut zu uns als Team. Wir bekommen da auch richtig gutes Feedback. Kunden sagen, dass es etwas Neues ist und dass es auffällt. Auch bei Bewerbern kommt es freundlich, offen und modern an.

Aber was für mich cleo wirklich ausmacht, sind die Menschen, die diese Marke tragen. Das sind Vollblut-Vertriebler, die aus Leidenschaft handeln und die Dienstleistung wirklich leben. Das hat Hand und Fuß – und das liegt mir sehr.

Am Ende ist es so: Meine Kunden arbeiten mit mir und meinem Team. Die sagen ganz offen, es ist ihnen wichtig, weiter von uns betreut zu werden. Das ist natürlich eine schöne Bestätigung. Und trotzdem führen wir die Marke cleo voller Überzeugung, weil sie genau das unterstützt, wofür wir auch stehen: auffallen, offen und modern sein, aber eben immer mit echten Menschen dahinter.

Was motiviert Dich jeden Tag?
Ich habe Entscheidungsspielraum. Natürlich muss am Ende des Tages Geld verdient werden, das ist völlig klar. Aber wir sind handlungsfähiger, können schneller reagieren, selbst Prioritäten setzen und uns wieder stärker auf die regionalen Gegebenheiten einlassen.
Wir haben das Büro selbst gesucht, wir haben die Einrichtung ausgesucht und wir haben uns das hier wirklich so aufgebaut, dass es sich fast wie zu Hause anfühlt. Dass sich wieder vieles mehr nach Eigenverantwortung anfühlt, motiviert mich extrem.

Dazu kommt, dass ich sehr ehrgeizig bin. Natürlich motiviert es mich, Erfolge zu haben, Aufträge zu besetzen und Dinge rund zu machen. Aber genauso motiviert es mich, Menschen eine Chance zu geben. Wir hatten neulich eine Kandidatin, die vor wenigen Jahren nach Deutschland gekommen ist und in der Produktion begonnen hat. Sie hat sich Schritt für Schritt entwickelt, sodass ich sie jetzt in eine komplett kaufmännische Position bei einem Kunden vermitteln konnte. Sie ist super happy, der Kunde ist super happy und ich bin es auch. Das sind dann einfach die Momente, die richtig Spaß machen.

Ich freue mich tatsächlich auch nach einem Urlaub wieder auf meinen Job.“

Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus? Hast Du eine bestimmte Struktur?
Ich würde sagen, es gibt eine Grundstruktur. Aber die eigentliche Kunst in unserem Job ist es, flexibel auf das reagieren zu können, was plötzlich passiert. Natürlich komme ich morgens ins Büro, mache meinen PC an, checke meine Mails und schaue mir meine To-dos an. Dann gibt es Dinge vom Vortag, die Priorität haben, wie Entscheidungen vom Kunden, auf die ich warte, oder die Bestätigung eines Vorstellungsgespräches.

Akquise ist eigentlich immer ein To-do, weil wir täglich mit Bewerbern sprechen, die wir schnellstmöglich unterbringen möchten. Wenn sich jemand auf eine Stelle bewirbt, die vielleicht schon besetzt oder nicht ganz das Richtige ist, dann ist das für mich ja nicht erledigt. Wenn der Bewerber zu uns passt, suche ich Alternativen und dafür gehe ich aktiv auf unsere Kunden zu.

Dazu kommt natürlich der Außendienst. Wir sind als Personen in der Region bekannt, aber die Marke ist neu. Da geht es also auch darum, Vorbehalte abzubauen, Dinge zu erklären und die Leute mitzunehmen.

Es gibt feste Bewerbertage und gewisse Routinen, aber letztendlich muss ich meinen Tag immer situativ anpassen. Das heißt, wenn ein konkreter Auftrag reinkommt, hat der Priorität. Wenn ein Kunde über die Feiertage bei LinkedIn schreibt, er suche jemanden, dann schaue ich sofort in den Bewerberpool. Dann steht die allgemeine Akquise erst mal für mich hinten an.

Ich bin niemand, der sich feste Zeitfenster blockt. Das würde mich eher stressen. Andere brauchen vielleicht genau diese festen Strukturen – das ist wirklich individuell.

Die Marke ist das eine, aber die Menschen dahinter machen den Unterschied.“

Gibt’s einen Moment in Deiner Laufbahn, der Dir bis heute ein Lächeln zaubert?
Zuletzt waren das tatsächlich mein Abschied von meinem bisherigen Team und die Reaktion meiner Kunden. Das war natürlich ein Moment mit einem weinenden und einem lachenden Auge, aber eben auch einer, der mir sehr positiv in Erinnerung geblieben ist.

Mein Team hat mir einen unglaublich wertschätzenden Text geschrieben und auch viele Kunden haben sich auf eine Art gemeldet, die mich wirklich berührt hat. In so einer Situation hinterfragt man sich ja auch selbst. Man reflektiert und fragt sich, wie man auf andere wirkt oder ob man immer alles richtig gemacht hat. Gerade wenn man selbstkritisch und ehrgeizig ist, macht man das automatisch.

Und dann kamen von Kunden Nachrichten, in denen ganz klar wurde, dass die Leidenschaft, mit der ich meinen Job mache, ankommt. Die merken, dass mir das wichtig ist und dass das keine Einbahnstraße ist. Das war schon etwas, das mir bis heute ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Wenn Du auf Deine bisherige berufliche Reise zurückblickst: Welche wichtigen Lektionen hast Du gelernt, die Du gerne früher gewusst hättest?
Eigentlich gibt es nicht diese eine Lektion oder Situation in meinem Leben. Es gibt aber zwei Learnings, an die ich mich bis heute immer wieder erinnern muss.

Zum einen setze ich häufig meine eigene Leistung als Grundvoraussetzung für andere voraus – was natürlich nicht richtig ist. Nur weil mir etwas leichtfällt, heißt das ja nicht, dass es anderen genauso geht. Aber genau das ist etwas, das ich mir immer wieder bewusst machen muss.

Ich bin sehr schnell, reagiere flexibel und erkenne Zusammenhänge oft sofort. Für mich ist das normal. Aber ich habe über die Jahre gelernt, dass ich damit andere auch überfordern kann. Manchmal bin ich gedanklich schon drei Schritte weiter und dann muss ich mich bewusst einbremsen, langsamer machen und anderen Raum geben. Das ist definitiv ein Lernfeld, das mich bis heute begleitet.

Ein zweites großes Thema ist Kritik. Ich bin sehr ehrgeizig und auch sehr selbstkritisch. Dadurch neige ich dazu, Kritik sehr persönlich zu nehmen. Das habe ich mit den Jahren besser gelernt, aber das ist auch ein Prozess. Mit mehr Berufserfahrung kommt mehr Selbstbewusstsein, wodurch ich Dinge besser einordnen und reflektieren kann.

Es sind also keine dramatischen, einmaligen Lektionen, sondern eher dauerhafte Learnings: nicht von sich auf andere schließen, die eigene Geschwindigkeit nicht als Maßstab nehmen und Kritik nicht zu nah an sich heranlassen. Das begleitet mich bis heute.

Wie lautet Dein Lebensmotto?
Ein klassisches Lebensmotto habe ich tatsächlich nicht. Also nicht so, dass ich sage: Das ist mein Spruch fürs Leben. Aber mein Opa hatte so einen Spruch: Et kütt wie et kütt. Es bedeutet, dass alles aus einem Grund passiert. Das begleitet mich schon sehr stark in meinem Leben, sodass ich mich dazu entschied, mir diesen Satz sogar zu tätowieren.

Ich bin grundsätzlich ein sehr zufriedener Mensch und versuche, zu schätzen, was ich habe. Und wenn etwas wirklich nicht passt, dann bin ich auch jemand, der das transparent anspricht und etwas verändert.

Es gibt noch den Spruch „Es gibt nur ein Gas: Vollgas“ – und ich glaube, dass das in Teilen zu mir passt. Eine Kollegin hat mal gesagt: „Ina, du stehst morgens auf, steckst die Finger in die Steckdose und läufst dann wie so ein Duracell-Häschen los.“ Das ist natürlich überspitzt, aber ich habe schon viel Energie und kann sehr schnell entscheiden. Das ist kein Aktionismus, sondern es geht mir eher darum, Dinge mit Klarheit und Energie anzugehen.

Wie schaltest Du an Deinem Feierabend vom Arbeitsalltag ab?
Sport ist auf jeden Fall ein Thema. Ich versuche, zwei- bis dreimal die Woche etwas zu machen. Einfach auch, um körperlich fit zu bleiben.

Phasenweise bin ich gerne kreativ unterwegs und probiere immer mal wieder etwas aus. Ich bastle gern und habe zum Beispiel schon mit lufttrocknendem Ton gearbeitet, Armbänder gemacht oder auch mal Bilder gemalt.

Ansonsten liebe ich Pflanzen. Meine Wohnung ist sehr grün, mein Balkon im Sommer sowieso und auch im Büro habe ich schon angefangen, ein bisschen Grün unterzubringen. Pflanzen geben mir einfach ein gutes Gefühl. Ich mag das total.

Und dann gibt es noch meine Vespa. Die steht für mich total für Freiheit. Einfach den Fahrtwind spüren, rauskommen und abschalten.
Wenn ich dann abends auf dem Sofa ankomme, darf es auch einfach mal leichte Kost sein – irgendwas, das berieselt und den Kopf runterfährt. Wenn man tagsüber so viel denkt und organisiert, dann braucht es manchmal genau das.

Also um abzuschalten, schaue ich einfach spontan, was ich gerade brauche und worauf ich Lust habe. Und auch wenn es nur das Beobachten unseres kleinen Chamäleons ist.

Welchen Tipp kannst Du zukünftigen Niederlassungsleitern geben?
Was mir geholfen hat, war die frühe Vernetzung mit anderen Kollegen. Gerade in der Startphase ist das Gold wert. Sich auszutauschen, Fragen zu stellen und von Erfahrungen anderer zu profitieren, nimmt unglaublich viel Unsicherheit raus und hilft, schneller handlungsfähig zu werden.

Gerade wenn man einen Standort neu aufbaut, kommen ja Themen auf, mit denen man vorher vielleicht nie Berührung hatte: organisatorische Dinge, Abläufe, technische Prozesse, ganz praktische Fragen. Da ist es hilfreich, wenn man Menschen hat, mit denen man offen sprechen kann.

Ein zweiter Punkt ist, sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Natürlich muss man Ziele haben und am Ende des Tages Geld verdienen. Aber nicht alles funktioniert sofort. Manche Prozesse brauchen Zeit. Da hilft es enorm, sich nicht innerlich verrückt zu machen, sondern dranzubleiben.

Und was ich auch wichtig finde, ist offene Kommunikation, Dinge zu hinterfragen, Fehler anzusprechen und aktiv Fragen zu stellen. Gerade als neuer Kollege sieht man Dinge manchmal besonders klar, weil man noch nicht betriebsblind ist. Das sollte man nutzen – immer mit dem Ziel, Prozesse so effektiv und effizient wie möglich zu machen.

Was war Dein Traumberuf als Kind?
Einen ganz klassischen Traumberuf hatte ich, glaube ich, nicht. Ich bin in einer Gastro-Familie groß geworden. Da habe ich früher im Hotel meines Vaters mit meinen Geschwistern und Freundinnen ganz viel inszeniert – Tanzchoreos, Auftritte, Mini Playback Show, Talkshows. Wir hatten Outfits, haben performt und fanden das natürlich großartig.

Ich glaube, wie viele Kinder wollte ich daher früher vielleicht einfach berühmt werden – Popstar, Moderatorin, irgendwas in die Richtung. Tanzen fand ich schon immer toll.
Also, ich hatte keinen klassischen Berufswunsch im engeren Sinn, aber auf jeden Fall schon früh die Lust, aufzutreten, Dinge zu organisieren und im Mittelpunkt von etwas zu stehen.

Zum Schluss noch drei kurze Fragen mit der Bitte um kurze Antworten.

Brot oder Brötchen?
Brötchen

Feiern oder chillen?
1x im Quartal feiern. Das brauche ich als Ausgleich. Alleine oder mit Freunden entspannen, mache ich aber definitiv häufiger.

Samstag oder Sonntag?
Samstag

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