Patrick,
Teamplayer mit
klarer Kante

2012, nach meinem Studium der Wirtschaftspsychologie, bin ich über eine Stellenanzeige in Hamburg gestolpert. Da ging’s um Recruiting. Das klang spannend, also habe ich mich beworben. Ich wurde überraschend schnell eingeladen, fand das Unternehmen cool und habe kurz darauf ein Angebot bekommen. Was ich da noch nicht wusste: wie sehr der Job eigentlich vom Vertrieb lebt. Das hat mich anfangs echt überrollt. Aber ich bin drangeblieben, hab meinen Ehrgeiz entdeckt und gedacht: Jetzt bist Du hier, jetzt ziehst Du’s auch durch. 

Nimm uns gern weiter mit auf Deine Reise. Wie wurdest Du Niederlassungsleiter und später Geschäftsführer?
In meinem ersten Job habe ich Freiberufler im bankfachlichen Umfeld und an der Schnittstelle zur IT vermittelt. Dabei stieg ich fachlich ziemlich tief ein, um wirklich passgenau besetzen zu können. Anschließend wechselte ich in die Personaldienstleistung mit Schwerpunkt Arbeitnehmerüberlassung. Weil ich fachlich so gut im Thema war, lief’s von Anfang an rund. Ich war schnell erfolgreich, hatte starke Zahlen und das Gefühl: Ich bin bereit für mehr.

Mein damaliger Arbeitgeber sah das leider anders. Er wollte mich nicht so schnell fördern, was ich rückblickend sogar verstehen kann. Ich war noch jung und ziemlich „Rookie“. Trotzdem fand ich, ich hätte das nächste Level verdient. Genau da kam das AÜG NETZWERK ins Spiel. Sie haben mich angesprochen, ich war offen und plötzlich stand im Raum, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Ehrlich gesagt war ich damals 27, hatte weder Kapital noch Führungserfahrung und war entsprechend skeptisch. Aber das NETZWERK hatte eine clevere Idee: Ich sollte als Niederlassungsleiter starten, mich einarbeiten und erst dann gründen, wenn ich so weit bin. Das war dann im Juni 2016 der Fall.

Wie sieht Dein typischer Arbeitstag aus?
Das ist immer eine super Frage, denn ehrlich gesagt gibt es bei mir keinen typischen Arbeitstag. Klar, ich plane meine Termine, checke Mails, führe Bewerber- oder Kundengespräche. Aber schon mit dem ersten Anruf am Morgen kann alles wieder ganz anders aussehen: ein Mitarbeiter ist nicht erschienen, jemand wird krank, man braucht schnell Ersatz. Vieles läuft also spontan, und genau das macht den Job auch so spannend.

Gibt es eine prägende Anekdote aus Deiner HR-Zeit, die Dich bis heute begleitet?
Ja, die gab’s im zweiten Job. Damals habe ich eine Anfrage bekommen, bei der mein Arbeitgeber direkt meinte: Das schaffen wir nicht, das ist zu anspruchsvoll, lass lieber die Finger davon! Ich habe mir aber gedacht: Wenn ich’s gar nicht erst versuche, kann ich’s auch nicht schaffen. Also hab ich’s trotzdem gemacht, und es hat funktioniert. Seitdem nehme ich regelmäßig Anfragen an, die andere für nicht besetzbar halten. Ziemlich oft zeigt sich dann: Doch, das geht sehr wohl. Man muss es halt nur machen.

Jetzt bist Du hier, jetzt ziehst Du’s auch durch.“

Welche Werte sind Dir im Team unverzichtbar? Wie lebt Ihr diese im Daily Doing?
Offenheit, Ehrlichkeit und ein wertschätzender Umgang sind uns im Team extrem wichtig, genauso wie der Fokus auf die Sache. Wir wollen alle erfolgreich arbeiten und wirtschaften, und dafür müssen wir klar miteinander umgehen. Uns ist wichtig, dass es in Diskussionen immer um die Sache geht und nicht um persönliche Befindlichkeiten. Das gelingt natürlich nicht immer zu hundert Prozent, aber ich versuche, das so zu steuern, dass es gar nicht erst in den Vordergrund rückt.

Wie geht Ihr mit aktuellen Herausforderungen am Markt um? Gibt es ein Beispiel, bei dem Ihr schnell umschwenken musstet?
Das prägendste Ereignis war definitiv Corona. Von heute auf morgen mussten wir komplett auf digitale Termine umstellen und Homeoffice einführen. Auf einmal waren wir deutlich flexibler als gefühlt noch am Tag zuvor. Vieles davon haben wir dauerhaft übernommen, zum Beispiel die Videokonferenzen mit den Kandidaten. Auch zwei Tage Homeoffice pro Woche sind heute ganz normal. Das steigert auch unsere Attraktivität als Arbeitgeber.

Ein anderes Beispiel betrifft die Recruiting-Tools, die manchmal von heute auf morgen nicht mehr so gut funktionieren. Das kann daran liegen, dass sich der Markt verändert, Anbieter ihre Preise anziehen oder Produkte einschränken. Deshalb achten wir darauf, immer breit aufgestellt zu sein, damit wir flexibel bleiben und nicht von einem einzigen Tool abhängig werden.

Wenn Du eine Superkraft hättest, welche wäre das und warum?
Ganz klar: Zeit verlängern. Manchmal wünsche ich mir einfach, der Tag hätte 48 Stunden. Dann könnte ich vieles entspannter und fokussierter angehen. Im Moment muss oft alles schnell gehen, damit ich die Flut an Aufgaben überhaupt schaffe.

Vertrau Dir selbst, Du schaffst das schon.“

Wie stellt Ihr sicher, dass Bewerber nicht nur fachlich passen, sondern auch zur Unternehmenskultur?
Wir können sehr gut einschätzen, ob jemand fachlich passt. Aber alles, was darüber hinausgeht, ist am Ende zwischenmenschlich: Verständnis, Sympathie, Chemie zwischen Vorgesetztem und Bewerber. Die beiden müssen miteinander klarkommen, das können wir niemandem abnehmen. Ich maße mir nicht an, für andere zu beurteilen, wen sie sympathisch finden sollen. Die Erfahrung zeigt ja, dass Menschen, die ich selbst schwierig finde, von anderen total geschätzt werden – und umgekehrt.

Einen goldenen Weg gibt es nicht. Mit der Zeit entwickelt man ein gewisses Gespür, ein Bauchgefühl dafür, wer zueinander passt. Und ganz ehrlich: Je besser jemand fachlich geeignet ist, desto sympathischer wirkt er automatisch auf den zukünftigen Vorgesetzten. Wenn die Skills stimmen, ist der Vertrauensvorschuss gleich größer.

Wie kam es dazu, dass akut… HR heute sowohl in Dortmund als auch in Berlin vertreten ist?
Ehrlicherweise war das anfangs eher eine Gelegenheit als eine strategische Entscheidung. Wir hatten damals eine Kandidatin aus München, die nach Berlin ziehen wollte und fachlich perfekt zu uns passte. Parallel dazu hatte ich aus meiner Dortmunder Zeit noch einen guten Kontakt zu einem Berater in Berlin. Als sich beides ergab – eine starke neue Mitarbeiterin und ein vertrauter Kollege vor Ort – war schnell klar: Wenn wir die Chance haben, so ein Team in Berlin aufzubauen, dann machen wir das. So haben wir das Thema weiterverfolgt, konkret geplant und 2015 den Berliner Standort eröffnet.

Welche besonderen Herausforderungen gibt es, wenn man zwei so unterschiedliche Standorte führt – etwa in Bezug auf Mentalität, Fachkräfte oder Marktumfeld?
Berlin und Dortmund haben tatsächlich ein paar Gemeinsamkeiten über die Currywurst hinaus. Beide Städte sind offen, direkt und ehrlich, das mag ich sehr. Trotzdem ist Berlin der deutlich schwierigere Markt. Es ist eine Großstadt mit einem ganz anderen Branchenmix. Da gibt es viel Kultur, Mode und Gastronomie, während unsere Fachgebiete weniger ausgeprägt vertreten sind. Außerdem ist die Stadt riesig: Kandidaten aus dem Norden bekommst du kaum in den Süden, allein wegen der Fahrzeiten. Diese Regionalität macht das Matching komplizierter. Im Ruhrgebiet ist es einfacher. Da liegen die Städte enger beieinander und die Wege sind kürzer.

In Berlin kommt noch der stärkere Wettbewerb hinzu. Recruiting-Tools, die in Dortmund super funktionieren, bringen in der Hauptstadt nicht die gleichen Ergebnisse. Dafür läuft vieles über persönliche Netzwerke und Empfehlungen, trotz der Größe der Stadt. In beiden Märkten versuchen wir, nah am Geschehen zu bleiben und Veränderungen früh wahrzunehmen, aber ohne auf jeden Trend aufzuspringen. Manche Züge lassen wir auch ganz bewusst vorbeifahren.

Fehler sind wichtig, um sich weiterzu­entwickeln.“

Wie geht Ihr im Unternehmen mit Fehlern um?
Ich spreche Fehler offen an und zeige sie auf. Wenn es welche sind, die das ganze Unternehmen betreffen, kommuniziere ich sie auch an alle. Natürlich tue ich das nicht, um jemanden bloßzustellen, sondern damit wir gemeinsam daraus lernen. Mir geht’s darum, dass wir verstehen, was vorgefallen ist, welche Konsequenzen das hat und wie wir in Zukunft damit umgehen müssen. Fehler dürfen passieren, klar. Sie sind wichtig, um zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Nur sollten es nicht ständig die gleichen sein.

Wie sorgst Du persönlich dafür, dass Du inspiriert und kreativ bleibst?
Mein größter Ausgleich ist definitiv mein Sohn. Zeit mit der Familie ist das, was mir den Kopf wirklich frei macht, vor allem, wenn wir gemeinsam reisen. Ansonsten interessiere ich mich stark für politische Themen. Ich weiß, das klingt nicht gerade nach Entspannung, aber für mich ist es das tatsächlich. Ich finde es spannend, Zusammenhänge zu verstehen, auch wenn ich gleichzeitig realistisch bleibe: Die Weltpolitik kann ich nicht beeinflussen, aber vor der eigenen Haustür gibt’s genug zu tun.

Ich versuche außerdem, regelmäßig Fußball zu spielen – klappt mal besser, mal schlechter – und habe einmal im Monat ein Coaching. Das hilft mir, den Blickwinkel zu wechseln und neue Perspektiven einzunehmen.

Was würdest Du Deinem Jüngeren Ich raten, wenn Du heute zurückblickst?
Mach Dir nicht so viele Sorgen und hab keine Angst davor, zu scheitern. Vertrau Dir selbst, Du schaffst das schon.

Gibt es ein Zitat oder Lebensmotto, das Dich im Alltag begleitet?
Ich habe kein klassisches Zitat, das ich mir an die Wand hängen würde. Aber wenn ich’s für mich zusammenfasse, dann wohl so: Wenn ich jeden Tag mein Bestes gebe, Gas gebe und versuche, möglichst viel unter einen Hut zu bekommen, kann das Ergebnis eigentlich nicht schlecht werden.

Zum Schluss noch drei kurze Fragen mit der Bitte um kurze Antworten.

Buch oder Film?
Film.

Sport oder Couch?
Couch.

Radio oder Spotify?
Sowohl als auch.

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